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Start Karneval Geschichte

Geschichte

Die Anfänge

 

Der im Ort wohnende Schäfer Kaspar Lohmann übernahm mit seiner Schafherde das Rasenmähen auf dem Sportplatz hinter dem damaligen Vereinslokal Muhren. Für diese wohltätige Fütterung der Nutztiere erhielt der Sportverein jedes Jahr im Januar oder Februar einen Schafbock, der dann zu einem Vereinsessen zubereitet wurde.

Aus diesen Vereinsessen gingen dann gemütliche Abende hervor. Als der Vereinswirt Theo Muhren einen Saal baute, wurde 1959 aus dem gemütlichen Abend eine Kappensitzung. Wegen des guten Anklangs fand seit dem in jedem Jahr eine Kappensitzung statt.

So entstand die Gruppe Karneval der SG Germania Binsfeld.

Mit Verlegung der Sportanlage an den heutigen Standort wechselte der Sportverein auch das Vereinslokal. Ab 1977 stand der große Saal bei Muhren für die Kappensitzungen nicht mehr zur Verfügung.

 

Ein gesellschaftlicher Dorfhöhepunkt

 

Am neuen Vereinslokal Müller war aber mittlerweile auch ein Saal angebaut worden, der fortan die Heimat der Karnevalisten wurde. Da der Müllersaal nicht so groß war, mussten die gleichen Sitzungen mehrmals abgehalten werden.

Hochkonjunktur hatte der Binsfelder Sitzungskarneval in den 80er und Anfang der 90er Jahre.

600 Zuschauer und mehr sahen und erlebten die Sitzungen der SG Germania. Der Kartenvorverkauf, zumeist im Januar, erreichte unglaubliche Dimensionen. In der Gaststätte Müller, ab 10.00 Uhr beginnend, fanden sich die Kartenjäger schon am frühen Morgen gegen 4.00 Uhr und zeitweise noch früher ein, um die besten Karten zu ergattern. Die Wirtsleute unterstützten den Wahnsinn, in dem sie den Durchgefrorenen, immerhin war es ja Winterszeit, ab 5.00 Uhr Einlass gewährten und für ein reichhaltiges Frühstück sorgten. Einige Besessene übernachteten sogar vor der Gaststätte, um sich am Morgen als Erste in eine laufende Liste einzutragen.

Im Laufe der Zeit klang das Interesse aufgrund der zunehmenden Vielfalt an Freizeitmöglichkeiten und der schnelllebigen Zeit ab. Konnte man bis vor gut einem Jahrzehnt noch vier Sitzungen durchführen, so finden aktuell an zwei aufeinander folgenden Wochenenden, jeweils samstags, noch zwei Karnevalssitzungen statt. Dazu gibt es noch eine Kindersitzung an einem Sonntag mit sehr eifrigen Kindern, die richtig Freude am Karneval haben.

 

Die Aktiven und das und Programm

 

Fast ausschließlich mit eigenen Vereinskräften und ganz ohne Salär engagieren sich Jahr für Jahr ca. 50 Aktive, im Alter zwischen 14 und 65, um den Karnevalsjecken ein abwechslungsreiches Programm zu bieten.

Die Freude am Auftreten ist allen Aktiven dabei sichtlich anzumerken, und der Karneval in Binsfeld ist noch Idealismus pur. Mit  hohem Aufwand werden Auftritte vorbereitet und einstudiert. Die entsprechenden und nicht immer billigen Kostüme finanziert man aus eigener Tasche.

Es ist Jahr für Jahr bemerkenswert, welche Ideen, sehr oft auch von den jüngeren Aktiven, beigesteuert werden. Das Dargebotene kann sich sehen lassen. Dafür spricht auch die hohe Besucherzahl von Nichtbinsfeldern.

Das Sitzungsprogramm ist sehr vielfältig, das Repertoire reicht von Gesang, Sketchen, Büttenreden oder Zwiegesprächen bis hin zu Tänzen und diversen Auftritten von Männerballetten. Nur eines gibt es in Binsfeld nicht, ein Dreigestirn oder einen Karnevalsprinz in seiner klassischen Form. Zeremoniell, Proklamation und offizielles Gebaren sind verpönt, es sei denn, man nimmt es auf die Schippe. In Binsfeld geht alles Schlag auf Schlag, ein Programmpunkt jagt den Nächsten. In viereinhalb Stunden erleben die Zuschauer mehr als 20 Auftritte.

 

Die Kindersitzung

 

Seit vielen Jahren fest etabliert ist auch die Kindersitzung am Sonntagnachmittag im Saal der Gaststätte Müller.

25 bis 30 aktive Kinder sind mit hohem Eifer bei der Sache. In gut zwei Stunden können die  Kinder ihre Talente unter Beweis stellen. Tänze, Büttenreden, Gesang oder Playbackauftritte, gerade von den Kleinsten, finden beim Publikum immer großen Anklang. Die Eltern unserer Kinder haben einen großen Anteil am Gelingen der Kindersitzung, denn ohne ihren großen Einsatz könnte man die Kindersitzung nicht durchführen. Durch eine langjährige Freundschaft zum Karnevalsverein „Närrische Norddürener“ findet ein Austausch von Programmpunkten auf den jeweiligen Kindersitzungen statt. Das Tanzmariechen oder die Kindergarde der NND treten auf unserer Sitzung auf, im Gegenzug ist der Binsfelder Kinderkarneval mit 2 oder 3 Auftritten bei der Kindersitzung der Norddürener vertreten.

Ebenfalls gibt es die Freundschaft zu den Karnevalisten in Rommelsheim, die traditionell mit ihrem Kinderprinzenpaar, ihrer Garde und den Rommelsheimer Knöppelchesjongen jedes Jahr die Binsfelder Kindersitzung besuchen.

 

Die Organisation

 

Im September werden in kleiner Runde Termine und Eckpunkte für die kommende Session festgelegt. Ein erstes Treffen aller Aktiven findet im Oktober statt. Es werden Programmpunkte und Probentermine für den Binsfelder Karnevalsauftakt an einem Samstag kurz vor oder nach dem 11.11. abgesprochen. Für die Sitzungen im neuen Jahr wird Organisatorisches festgelegt und eine erste Bestandsaufnahme der möglichen Auftritte  durchgeführt. Ein mit dem Vereinswirt abgesprochener Terminplan wird an die Aktiven verteilt. Allerdings organisieren viele Gruppen ihren Auftritt und die Proben immer selbst. Offizieller Probentermin, in der Regel für Sängerinnen und Sängern, ist der Dienstag. Dieser Termin bietet aber auch den Nichtsängern die Gelegenheit, ihren Auftritt von kritischen Augen begutachten zu lassen. Eine Generalprobe kurz vor der 1. Sitzung dient einer abschließenden Abstimmung und Einschätzung des zeitlichen Sitzungsrahmens.

 

Die Gruppenverantwortlichen

Technik und musikalische Leitung: Hubert Dreesen
Programmgestalter und Präsident: Thomas Pelzer
Programmgestalter und Organisation: Hardy Nesselrath
Bühnenaufbauten: Hans-Willi Lennartz
Maske: Beate Steiger-Nohr
Kartenverkauf: Rieke Pelzer, Birgitt Lennartz
Kinderkarneval: Silvia Schmitz
 
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